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Was Yoga ist, lässt sich pauschal nicht beantworten. Es gibt eine Vielzahl von Schriften und Traditionen, die uralt sind und ganz und gar nicht immer einer Meinung.Das Hauptwerk des Yoga ist dagegen sehr klar:

Gleich der zweite Merksatz (I.2) definiert Yoga wie folgt:

 

 

Yoga bedeutet, die Aktivitäten des Geistes zu kontrollieren

(yogash chitta vritti nirodhah)

 

 

→ Die Yoga Sutras

  • Autor:                  Patanjali
  • Zeit:                     wird datiert auf 200 v. Chr. – 200 n. Chr.
  • Sprache:              Sanskrit
  • Inhalt:                  Der Verfasser erklärt Schritt für Schritt in 196 Sutras (Merksprüche), worum es im Yoga geht und beschreibt unter anderem acht Schritte, die zum Ziel der Selbstverwirklichung führen sollen (Samadhi).
  • Stil:                       Patanjali spricht in einer sehr nüchternen und konzentrierten Art

 

 

Glück und Unglück im Alltag

  • Wir versuchen immer, mit minimalem Aufwand ein Maximum an Genuss zu erreichen
  • Wir sind auch als Erwachsene wie die Kinder: Wir wollen etwas und wenn wir es bekommen sind wir glücklich, wenn nicht, unglücklich.
  • Diese Alltagslogik des (Un-)Glücks funktioniert so:
    1. ein Wunsch bedeutet Aufregung im Geist (und Körper), die Fluktuationen im Bewusstsein steigen an: „Ich will xy haben.“
    2. Wenn man xy bekommt, nimmt die innere Aufregung ab, das Verlangen ebbt ab.
  •  hier ist die Ursache des „Glücks“ die Befriedigung eines Wunsches

 

…mit echtem Glück hat das laut Yoga allerdings wenig zu tun: die Funktionsweise der alltäglichen Bedürfnisbefriedigung hat mindestens drei Haken:

  1. dieses „Glück“ ist vergänglich, also nur von kurzer Dauer.
  2. es will das Objekt der Begierde festhalten und besitzen und führt so zu Unglück und Leid: Schmerz, Verlustangst, Frustration, Depression etc. sind negative Folgen.
  3. Das, was uns Befriedigung verschafft entzieht sich unserer Macht und Kontrolle.

 

  • Der Versuch, die begehrten Dinge und Menschen festzuhalten und zu besitzen ist eher ein Hindernis auf dem Weg zu echtem Glück und steht einem erfüllten Leben im Weg.

Was tun?

  • Solange wir im Bedürfniskreislauf von Wunsch und Erfüllung (und viel zu oft Nichterfüllung, Frustration, Schmerz) bleiben, bleibt das wahre Glück außer Reichweite.
  • Weil das Glück weder in den Sinnen noch in den äußeren Objekten liegt, geht es nach Patanjali zuerst darum, den Geist oder das Bewusstsein aus dessen Verstrickung in die Sinne und die Welt zu lösen.
  • Yoga packt das Problem an der Wurzel: statt des aussichtslosen Versuchs, das Glück durch die Inbesitznahme der begehrten äußeren Dinge und Personen und Freuden und Stimmungen zu erreichen, richtet man im Yoga den Blick nach innen und fragt: Wer oder was will da eigentlich die ganze Zeit etwas in mir? Was treibt mich dazu, ständig äußeren Objekten hinterherzurennen und mich so von ihnen abhängig zu machen?
  • Die Antwort: mein eigener unruhiger und gieriger Geist.


Die Yoga-Lösung: Den Geist beruhigen, klären und kontrollieren.

Die Yoga-Praktiken wie Asanas, Pranayama (Atemübungen) oder Meditation haben genau das zum Ziel: einen ruhigen und kontrollierten Bewusstseinszustand.

…Patanjali erklärt im nächsten Sutra (I.3), was passiert, wenn wir die Aktivitäten des Geistes vollständig kontrollieren:

 

Dann ruht der Seher in seiner wahren Natur

(tada drashtuh svarupe avasthanam)

 

„der Seher“ ?

Es ist bemerkenswert, dass Patanjali ganz nüchtern von dieser höheren Instanz als „der Seher“ spricht. Es geht also nicht um Namen, Etiketten und Labels, sondern darum, seine eigenen Erfahrungen zu machen. Je nach kulturellem, religiösem oder zeitgeschichtlichem Hintergrund sind einige Namen für diese Instanz:

 

  • Innerer Beobachter
  • Zeuge
  • Reines Gewahrsein
  • Natur des Geistes
  • Buddhanatur
  • das wahre Selbst
  • höheres Selbst
  • Wesen
  • Göttliche Seele
  • Purusha
  • Atman
  • Samadhi

 

Merkmale: unveränderbar, ewig, gleich bleibend, unzerstörbar, friedvoll…

  • erster Schritt: wo die Alltagslogik das Glück im Außen sucht, lehrt die Yoga-Philosophie, dass es im Innen liegt. Um diese innere Stille zu erreichen, ist es so wichtig, zuerst die Geistesaktivitäten zu beruhigen.

 

Yes we can!

Yoga macht Mut und sagt: Ja, es ist möglich, die Kontrolle über unseren unruhigen Geist zu erlangen. Kein Zweifel!

Identifikation

Und was passiert, wenn uns das nicht gelingt? Das erklärt Patanjali im nächsten Sutra (I.4):

Ansonsten ist er (der Seher) mit den Aktivitäten des Geistes identifiziert

(vritti sarupyam itaratra)

  • Normalerweise identifizieren wir uns mit unseren Bedürfnissen, Wünschen, Bewertungen, Vorstellungen, Selbstbildern, Stimmungen etc. und glauben, dass wir genau das sind.
  • Yoga lehrt, dass die höhere Instanz unberührt von all diesen Identifikationen ist. Dauerhaftes Glück oder innerer Frieden bedeutet, dieses andere zu verwirklichen.
  • Es geht im Yoga also darum, den alltäglichen Kreislauf von Verlangen und Befriedigung zu überschreiten und zum „Seher“ zu kommen.
  • Yoga bietet einen Übungsweg an, genau das zu erreichen.